WJT Tag 4-6: Die blaue Rucksack Sekte

Tag 4 hab ich mir geschenkt, ich war zwar auch in Köln aber nur auf einer Privatparty.
Gestern hab ich mich dann doch noch auf das frisch umbenannte Marienfeld aufgemacht zwecks gemeinsamer Riesenmesse. Der Weg dahin war abends um 8 gar nicht mal so sehr beschwerlich, abgesehn davon das wir von Horrem ca. 1 Stunde gen Marienfeld laufen mussten, Pilger Feeling halt. Dort angekommen war die Vigil (Nachtwache) mit dem Papst schon fast zu ende, aber durch die ganzen Kerzen und so war es sehr schön … wachet und beetet als fortwährender Choral geht einem auch nicht mehr so leicht aus dem Kopf.
Die Nacht war auch ganz gut, etwas nass von unten, aber was soll man machen. Zwischenzeitlich hatten wir auch immer nette Besucher.
Der Sonntag wurde dann mit einem Laudes begonnen, wobei das Interesse der meisten Leute eher auf die Morgentoilette gelegt war. Dann war es auch schon Schnell und die Messe fing an… mit ner Millionen Menschen schon ziemlich ziemlich cool.
Der Weg nach Hause war auch nicht so einfach, wir sind auch quasi gerade erst angekommen, daher nur diese Kurzzusammenfassung. Den Rest können die Bilder des Weltjugendtages erzählen.

WJT Tag 3: Pilgrim Feeling

So, gestern war natürlich wieder Köln angesagt, der Bene war ja am start und daher ging in Bonn kein Programm.
Der Weg nach Köln war aufgrund der zu dem Zeitpunkt gesperrten Brücken nicht so ganz einfach, aber nach gut 2 Stunden waren wir dann auch im RheinEnergie Stadion. Da ging allerdings nicht so die Party und das obwohl Mola Adebisi moderierte. Unsere Gastgemeinde aus Fulde entschloss sich daher zurück in die Innenstadt zu fahren und da was nettes zu finden. Das ganze artete dann in viel rumgelaufe und ein paar besuchte Kneipen und ein Eiskaffee aus.
Später haben wir dann noch ein nettes Abendgebet zusammen gehabt, von dem an uns dann direkt irgendwelche hardcore Abtreibungsgegner (“Wir beten die ganze Nacht für die ungeborenen Babys”) abgreifen wollten, bzw. eigentlich nur unsere Gitarrenmenschen, weil sie es irgendwie selber verpeilt hatten. Nach einem kurzen Gastkonzert haben wir uns dann aber noch mal ein wenig zu dritt in das Nachtleben von Köln verzogen und gemütlich am Vater Rhein gesessen. Daher war ich auch erst um 4 zu hause und habe mit nur 3 Stunden Schlaf jetzt das totale Pilgrim Feeling.
Dieser Personenkult um den Papst geht mir übrigens jetzt schon total auf den Geist, im wahrsten Sinne des Wortes.

WJT Tag 2: Cologne & Bravo Bene

Die BRAVO hat ein Poster vom Papst … ich hätte den Scherenschnitt in Lebensgröße viel lustiger gefunden, aber auch so schießt es schon den Vogel ab.
Naja, heute waren wir in Köln, wollten eigentlich die Wise Guys betrachten, aber das war nicht so leicht. Die Fahrt nach Köln war noch ganz angenehm, wobei es mit steigender Nähe zum Dom auch immer voller wurde. Der Kölner Bahnhof ist auch nicht für 100.000 Menschen auf einmal ausgerichtet, weswegen die Polizei den Verkehr regelte, was aber auch nicht so gut funktioniert, denn es war brechend voll. Sich in Köln zu bewegen ist auch nicht so leicht, die Innenstadt steckt die vielen Leute noch viel weniger weg als Bonn ;-). Naja, dann bei der KHG angekommen hieß es das 700 reindürfen, 900 schon drin sind und eigentlich keine Chance besteht das wir da noch was sehen. Daher haben wir uns auf das Picknicken vor einer von Kanadiern besetzten Kirche und ein kühles Kölsch für die nicht Rheinländer beschränkt.
Der Weg nach hause war mit 1œ Stunden aber dann doch etwas nervig, vor allem um die Uhrzeit.
Morgen kommt der Papst, wenn ich alledings schon höre das da jetzt schon Leute Campen finde ich das ganze etwas lächerlich. Außerdem braucht man für das Marienfeld wohl zumindest eine grobe Platzkarte, was ich aber bei der Anzahl der Leute auch verstehen kann. Ob man dafür allerdings eines der Pilgerpakete kaufen muss weiß ich noch nicht. Die sind für uns (sprich Industrieländer, reiche Menschen) relativ teuer, 40 € in der billigsten Version, aber dafür kann dann auch noch direkt einer aus Togo oder so an dem WJT Teilnehmen ;-), Umverteilung pur, das ist ja dann doch wieder erträglich.

WJT Tag 1: Von Unterwäsche und Himmel

Gut das man sich nur über die Unterwäsche der Pilger auslassen muss und direkt ganz viele Kommentare abbekommt.
Um das ganze mal ein wenig auszuführen, besagte Dame gehörte zu der Gruppe der “in-den-Dreck-schmeiß Schweizern”. Das eigentlich erwähnenswerte daran ist das die “kleine” dem Bischof auf der Bühne wahrscheinlich in Punkto Glaube (wie mißt man das eigentlich?) in nix nach steht, in Punkto Wertesystem (ich hoffe es ist legal von der Unterwäsche auf das Wertesystem zu schließen, wobei ich natürlich nicht weiß was Meisner und Co. so drunter tragen) aber nicht weiter voneinander entfernt sein könnten. Das das System Kirche trotz dieser Spannung zwischen unten und oben funktioniert, ist das eigentlich interessante daran.
Die funktioniert eigentlich nur mit einem gehörigen Schuss Ignoranz gegenüber der Obrigkeit und Vertrauen darauf, das Kirche doch die Menschen und nicht nur die Würdenträger sind. Dadurch wird Glaube allerdinge beliebig, bzw. wenn sich jeder aussucht was er denn nun glaubt wird die heilige römisch-katholische Kirche auch ein wenig Obsolet. Das ist ja aber nichts neues, da durch die Geschichte hinweg Glaube schon immer etwas dynamisches und anpassbares war. Nur schafft es halt die katholische Amtskirche irgendwie, diese Basisänderungen an ihren Würdenträgern abprallen zu lassen. Was allerdings die Jugend auch nicht davon abhält nach Köln und Umgebung zu strömen, denn darum geht es ja auch eigentlich nicht.
Also, bei aller Verehrung der da oben die hier natürlich auch Stattfindet, sollte man mal ein wenig Abrücken von der Vorstellung der Kirchenveranstaltung Weltjugendtag und das ganze als das sehen was es für die meisten ist, eine Möglichkeit, nette Leute zu treffen, gemeinsam Glaube zu leben, sich auszutauschen und in einer Zeit die doch manchmal zu sehr nur auf den einzelnen ausgelegt ist sich in einer Gemeinschaft aufzuhalten. Sprich ganz einfach einen Heidenspass zu haben, egal auf welchem Glauben begründet ;-).

WJT Tag 1: “Jetzt gebe ich euch noch den Segen und danach dürft ich machen was ihr wollt!”

Diese denkwürdigen Worte sprach Kardinal Joachim Meisner der dann doch noch auf kurzer stipvisite in Bonn auf dem Hofgarten vorbeischaute (obwohl er eher den Eindruck machte als wenn er schon die ein oder andere Flasche Wein an diesem Abend auf den geglückten Auftakt getrunken hatte). Die Messe war einfach nur gloreich und die größte der 3 in Köln, Düsseldorf und Bonn, weil in die Stadien nur 50.000 passen, im Hofgarten aber 100.000 waren! Zwar sind 2œ Stunden Messe auch nicht was für jederman, durch die gute Gestaltung war das ganze aber nie wirklich langweilig. Im Zweifelsfall konnte man sich immer noch über komische Riten anderer Leute lustig machen: die Leute aus der Französischen Schweiz warfen sich bei der Wandlung ohne mit der Wimper zu zucken auf den Knien in den Schlamm und waren auch nach der Kommunion erst nach ca. 15 Minuten Gebet wieder ansprechbar. Die Franzosen sind da schon etwas gehaltener, zumindest denen vor uns war eine Verbeugung während der Wandlung genug, coole Geste, mache ich jetzt auch immer.
Danach haben wir was zu essen gejagt, was auch nicht so einfach war weil Bonn einfach nicht für so viele Leute ausgelegt ist, aber für ne Pizza hat es dann doch gereicht. Das Abendprogramm war wieder durchwachsen, mit so ner komischen Moderatorin die wohl Kindersendungen auf dem Dritten macht, Brings und dem Chor der deutschen Welle (wen interessiert das?). Die Heimreise war auch nicht so angenehm, weil wirklich viele bis Siegburg durchfahren um von dort aus mit Zügen in irgendwelche Käffer zu fahren in denen sie untergebracht sind. Morgen nehme ich auf jeden Fall auch ne Fahne mit! Und warum ist alles voll Italiener?

Außerdem, auch Katholiken tragen Tangas 😉

WJT Tag 0: Oh my gowd

Naja, so richtig sicher bei der Nummerierung bin ich nicht, den gestern war Begrüßungsgottesdienst, heute ist Eröffnungsgottesdienst, wann das ganze nun so richtig beginnt weiß man halt nicht. Trotz langsam beginnenden Arbeitsleben und endendem Bachelorstress (ich gebe heute ab) wollte ich mir doch das Christen Woodstock nicht entgehen lassen.
Die erste Veranstaltung gestern Abend im Bonner Hofgarten lässt allerdings einige Fragen offen:

  • Warum zum Henker regnet es in Strömen? Ist Gott gegen Weltjugendtage? Bei manchen der anwesenden Gestalten würde ich es sogar verstehen.
  • Warum stellt man einen Bayrischen Apre-Ski Anheizer als Moderator ein (nein, nicht den Papst)? Man kann ja auf modern machen ohne gleich auf jegliches Niveau verzichten zu müssen
  • Warum benutzt man dann aber für eine Jugendveranstaltung irgendwelche Chöre die selbst meine Oma irgendwann gelangweilt hätten und lässt die alles zwei Mal singen? Naja, nicht alles, aber wenn für die Jugend dann doch ein wenig moderner
  • Warum machen die das Feuerwerk hinter Bäumen, die da nicht erst seit gestern stehen?
  • Warum hat man während des Feuerwerks einen Trompeter angagiert der normalerweise für Kegelclubs in Bierzelten den Anheizer macht? Niveau!
  • Warum sind so viele Bayern da? Naja, das weiß ich selber

Naja, ich hoffe mal das ich es zu dem Eröffnungsgottesdienst schaffe, noch an so ein Liederbuch komme und das ganze dann heute ein bisschen … besser .. wird.