Konsistenz?

Naja, eigentlich mag ich es nicht hier immer über Windows schlecht zu schreiben, das Problem ist nur das wenn ich mich damit auseinandersetzen muss ich immer das Gefühl habe das ich Machtlos dummen Ideen gegenüberstehe, das frustriert und das muss ich rauslassen.
Was ist geschehen? Ich habe gestern meiner Ma geholfen ihren Rechner mal von 3 Jahren Müll zu befreihen, sprich installierte Programme. Dabei ist mir dann aufgefallen, wie schrecklich die Softwareverwaltung auf Windows ist. Abgesehen davon, das das ganze nicht batch fähig ist und man auch nicht mehr als ein Programm auf einmal deinstallieren kann ist das ganze unglaublich inkonsistent. Jede Deinstallationsroutine sieht anders aus, stellt andere Fragen und ist auch sonst nicht besonders Benutzerfreundlich. Ein Spiel startete sogar ein komplett in Game deinstaller, mit Grafiken und Sound etc. Es kann doch nicht sein das so etwas simples wie Software deinstallieren so inkonsistent und kompliziert ist das selbst ich bei den meisten Fragen nur raten kann. Warum fragt ein Programm nach ob es beim deinstallieren Dateien aus seinem eigenen Verzeichnis löschen darf? Ferner ist dieser Konsistenzgedanke, der Linux ja ständig vorgeworfen wird, bei Windows noch nicht angekommen. Ist euch mal aufgefallen das es auf Windows cool ist kein UI wie alle andern zu haben? WinAmp, Office 03, Nero, Media Player … all diese Programme sehen nicht mehr aus wie eine normale Windows Anwendung und die Linux Desktop Menschen wollen unbedingt hin zu viel konsistenz. Ich habe fast den Eindruck das bei mir alles viel konsistenter ist, da ein komplettes Desktop System, als auf Windows. Ich hoffe Microsoft fügt nach der Shell und dem Editor auch noch ein Paketmanagement ein. Würde vieles viel einfacher machen.
Sowas ist doch ganz Simpel, Apt-Get stellt meistens beim deinstallieren keine dummen Fragen, ich weiß das die Konfigurationsdateien da bleiben, es sei denn ich haue sie mit –purge raus und ich kann viele Programme auf einmal de- und installieren. So macht Software Spass.

4 thoughts on “Konsistenz?

  1. Theoretisch muß ich dir beipflichten, Paketmanagement ist vom Konzept und der Konsistenz her deutlich einfacher. Leider würde ich aber nicht auf die Idee kommen, apt-get als Benutzerfreundlich oder “spaß machend” einzustufen. Die Lernkurve für solche Systeme ist immer noch zu hoch. Natürlich nicht, wenn man sich mit der Kommandozeile auskennt, und man-pages lesen mag (wobei fink für Mac OS mich immer noch gerne mit zusätzlicher Komplexität plagt).

    Worauf ich hinauswill ist, daß man erst erlernen muß, welches Kommando was tut. Für einen Neuling logische Fragen: Wo ist der Unterschied zwischen “update” und “upgrade”? Haben dselect-upgrade und dist-upgrade überhaupt was miteinander zu tun? Was macht “clean” im Vergleich zu “autoclean”, sollte das nicht alles eh automatisch gehen?

    Tausend Feinheiten. Dabei will man doch eigentlich nur entweder installieren, oder deinstallieren. Und wenn doch mal was korrupt wird, dann muß man im Internet ergooglen, in welcher Reihenfolge man jetzt die diversen Reparaturbefehle eingeben muß. Wenn das System schon nicht 100% unkaputtbar ist (kann man ja noch verstehen), dann wäre doch ein einfacher “fix”-Befehl völlig ausreichend, wenn sich nur jemand die Mühe machen würde, die Fehlererkennung zu automatisieren. Und das könnte dann sogar automatisch vor jedem (De-)Installationsvorgang passieren.

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  2. Naja, worauf ich eigentlich hinauswollte bzw. was zu der “Lernkurve” passt ist das du es genau einmal lernen, bzw. die man-page lesen musst. Danach kannst du das Wissen immer wieder verwenden. Abgesehen davon gibt es natürlich auch grafische Clients, da ich sie nicht benutze kann ich nicht genau sagen wie gut diese Sind aber ich denke das sie das ganze etwas vereinfachen.

    Bei Windows ist der Knowledge-Reuse auf eine Anwendung beschränkt und bei manchen Optionen die Deinstallationsroutinen haben ist es echt gurselig. Ich würde sagen das bei Apt-Get der initial Aufwand relativ hoch ist, aber dafür kannst du ein für alle mal mit dem nicht so unwichtige Use-Case (De-)Iinstallation von Software umgehen, bei Windows entdeckst du immer etwas neues.

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  3. Ok, die Konsistenz ist gegeben, daß stimmt.🙂

    Meiner Ansicht nach ist das System aber noch unnötig komplex – man merkt, daß es nur ein Haufen Skripte sind. Klar kann man da jetzt ne GUI vorpacken. Aber wenn die gewisse Funktionen verheimlicht, die eigentlich nötig wären, um das System vollständig bedienen zu können, ist das keine gute GUI. Oder anders: wenn ich nach 2 Monaten auf einmal doch lernen muß, wie ich an der GUI vorbei arbeiten kann (z.B. um irgendeinen Konflikt aufzulösen), dann hat die GUI versagt.

    Eine GUI sollte das System vollständig bedienbar machen. Die Konsequenz daraus ist, daß derzeitige “gute” GUIs zwangsläufig die ganze Komplexität des Systems offenlegen müssen. Ergo immer noch hohe Lernkurve, kaum Zugewinn durch die GUI. Das geht sicher auch anders…

    Übrigens wage ich zu bezweifeln, daß für die meisten User ein einmaliges Lesen der man-page ausreichend ist. Vergiss nicht, daß viele Benutzer nur sehr selten neue Software installieren: da muß man die Schritte jedes Mal neu lernen. Ich schaue meistens zur Sicherheit nochmal rein, um versehentlicher Falschbedienung vorzubeugen – was unnötig wäre, wenn es nur die wirklich wichtigen Befehle gäbe.

    Ich möchte auch gar nicht gegen Paketmanager wettern. Lediglich deinen Ausruf “So macht Software Spaß” etwas relativieren. Ich habe das Gefühl, daß viele Informatiker dazu tendieren, gemeisterte Hürden im System hinterher als einfach anzusehen. Und dabei wird dann übersehen, daß es eben noch viel einfacher ginge.

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  4. Zum einen stimme ich dir natürlich zu, eine GUI die einen das System nicht vollständig bedienen lässt ist keine gute GUI, aber ich bin der Meinung das es auch immer gut ist wenn man doch noch an der GUI vorbeikommt und irgendwas per eintippen machen kann. Ein Problem an reinen GUI Systemen ist für mich immer das ich mir ein wenig behindert vorkomme wenn ich nicht daran vorbeikomme, ich kann halt auf der Kommandozeile viele Dinge schneller, leichter und automatisierter machen.

    Deinem letzten Absatz stimme ich auch zu, wobei ich glaube das das nicht nur Informatiker machen sondern alle Menschen. Die Kunst ist daher, sich quasi in die Lage des Erstbenutzers zu versetzen, auch wenn man Monate oder Jahre an einer Software gearbeitet hat. Dafür gibt es aber dann ja die UI Experten.

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