Bücherwurm

Ich hab Kopfschmerzen und das jetzt schon den halben Tag… sehr nervig. Mangels eines vernünftigen Tag/Nacht Rhythmus kann es aber sein das ich einfach nur übrernächtigt bin. Naja, ich kann ja morgen ausschlafen.
Der Tag heute war ziemlich unspektakulär, da ich ja alles schon hatte. Dummerweise (oder Gott sei Dank) ist der Dienstag genauso wie der Donnerstag. Das heißt ich brauche mich nicht mal umstellen und werde bald nicht mehr wissen ob nun Dienstag oder Donnerstag ist.
Den Login fürs Prism Lab (das Computerlabor der YorkU) haben wir uns auch abgeholt. Auf der Webseite steht dazu eine tolle Anleitung, damit man auf jeden Fall seinen Studentenausweis und einen Pass dabei hat. Das ganze war dann aber doch viel weniger kompliziert als man es gedacht hätte. Ein überlasteter pakistanische Sysadmin hat ohne viel drum herum unsere Logins freigeschaltet und noch drei andere Sachen gleichzeitig gemacht. Wer allerdings auf die Idee gekommen ist als Logins einfach Nummern zu vergeben… wer soll sich das denn merken können. Zumindest komme ich jetzt auch aus dem Tartu auf die Rechner der YorkU.
Nebenbei haben wir eine Odyssee nach unserem Course Kit für den Compiler und Interpreter Kurs durchgeführt. Der Prof hatte am Samstag auf die Website geschrieben das es fertig sei und am Montag oder Dienstag im YorkU Bookstore sein sollte. Also war der Ralf gestern schon mal gucken (ich nicht, war ja nicht am Keele Campus), da war es aber noch nicht da. Heute morgen waren wir dann direkt vor der ersten Vorlesung da. Das ist der blanke Wahnsinn. Alle 20.000 YorkU Studenten scheinen anscheinend gleichzeitig Bücher zu kaufen. Überall sind lange schlangen, auch an der Information und überall stehen nette Mitarbeiter die irgendwie ständig das gleiche sagen und keine wirklichen Informationen rausgeben. Im Keller des Bookstores waren wir dann auch schnell fündig, zumindest die Stelle wo es hätte sein sollen, da war nämlich ein Zettel mit dem Namen des Professors und weiteren relativ eindeutigen Informationen. Allerdings war das Course Kit nicht da.
Nach der ersten Vorlesung waren wir dann nochmal da, wieder umgeben von Millionen von Menschen, allerdings war unser Buch immer noch nicht da. Als wir dann die Vorlesung hatten hatte doch die Hälfte der Klasse magically das Course Kit, daher sind wir danach nochmal in den Bookstore, zum dritten mal. Nach langem suchen (an der Information hätte man aber wahrscheinlich länger anstehen müssen) haben wir es dann in der hinter letzten Ecke doch gefunden. Warum war das nicht da wo es sein sollte? Das Course Kit ist übrigens ein eigens für die YorkU gemachter reprint eines 20 Jahre alten Buchs über Compilerbau, aber das was ich bis jetzt gelesen habe war ziemlich gut, bis auf gelegentliche Referenzen auf FORTRAN und Ada. Wusstet ihr eigentlich das COBOL für Common Business Oriented Language steht? Naja, da wir dann eh schon mal da waren haben wir uns gedacht können wir auch den Rest schnell erledigen, also haben wir auch die Bücher für die restlichen Kurse besorgt. Das Buch für Software Design ist ein 1200 Seiten Eiffel schmöker, Object Oriented Software Construction, aber bis jetzt gefällt mir die Sprache eigentlich ziemlich gut. Da wir für Compiler noch ne Java Language Specification brauchen werden (ja, wir schreiben einen Java Compiler, in Java, was ziemlich rekursiv ist) hab ich die auch direkt noch (gebraucht) gekauft. Alles in allem 200 $, gut das es Kreditkarten gibt🙂.
Zu hause angekommen gab es dann direkt noch mehr Bücher, weil der Ralf schon welche bei Amazon.ca bestellt hatte. Daher bin ich jetzt auch der stolze Besitzer von “The design of everyday things“, dessen Titel mir sogar vorher schon was gesagt hat und bei mir in die Kategorie Klassiker fällt. Daher war ich dann direkt nochmal 20 $ ärmer. Aber zu wenig zu lesen werde ich in nächster Zeit wohl nicht mehr haben. Als weiter Überraschung gab es dann noch eine neue Telefondose in der Küche… was wohl soviel heißt das das mit Internet wohl langsam zu klappen scheint. Warum der allerdings in der Küche ist kann ich nicht sagen, Madis hat wohl tiefere Pläne bei deren Vermittlung er anscheinend Probleme hat. Da ich aber letztens von Juri gelernt habe das Esten eh eher stillere Menschen sind ist das nicht so besonders. Wobei Madis und Juri eigentlich sehr kommunikativ, Andres und Valor dagegen eher still sind.
Als ein weiterer Kostenfaktor kommt jetzt auch bald das UHIP (University Health Insurance Plan) auf mich zu, was die Krankenversicherung der Uni ist. Da müssen wir uns anscheinend auch noch anmelden, obwohl mir das bis jetzt nicht so ganz klar war. Gegen ne Krankenversicherung hab ich allerdings auch nichts auszurichten.
Pützchens Mark ist nun endlich vorbei… das heißt ich brauche nicht mehr leiden, die Kanadier sind Weltmeister im Eishockey, somit wird es hier auch etwas ruhiger, vom Madison Pub kam nämlich während jedes Spiels lautes Gejohle herüber. Man hörte kilometerweit wenn Canada ein Tor gemacht hat.
Hatte ich übrigens schon erwähnt das ich mit den Steven King Büchern durch bin? Das erste (The Gunslinger) ist nicht so toll und kommt erst langsam in trab, das zweite “The Drawing Of The Three” ist zwar dann nicht mehr so sehr fantasy, aber dafür typisch King und gefällt mir ganz gut. Danach bin ich jetzt schon fast mit “Schlafes Bruder” durch. Allerdings ist es echt nervig ein vom deutschen ins englische übersetzte Buch zu lesen. Da ich danach aber wohl erstmal keine Zeit habe Trivialliteratur zu lesen ist mit meinen Buchrezensionen wohl erstmal aufhören. Wobei der siebte und letzte teil der Dark Tower Serie von King wohl erst jetzt im November rauskommt und es würde mich reizen dann doch schon alle gelesen zu haben. Mal sehen was die Zeit hergibt (das Konzept von 24 Stunden Tagen gehört auch mal überdacht).

One thought on “Bücherwurm

  1. Es ist übrigens durchaus üblich einen Compiler direkt in der Zielsprache zu schreiben. Man braucht dazu nur einmalig einen eigenen Interpreter für die Sprache. Der kann aber ruhig völlig unoptimiert und blöd sein, den bekommt ja nachher niemand mehr zu Gesicht. Dafür hat man dann die Möglichkeit beim tollen Compiler direkt alle vermeintlichen Vorteile und Features der neuen Sprache zu verwenden. Und das ist ja meistens der Grund, warum man einen Compiler schreibt.

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