YorkU International Orientation

6.30 Aufstehen, ich weiß auch nicht wer auf die Idee gekommen ist. Aber die YorkU International Orientation muss ja auch um 8:30 anfangen. Also mussten wir früh raus. Um 7.30 haben wir das Haus verlassen und uns auf den Weg zur YorkU gemacht. Von Spadina Station mit der Bahn hin zu Downsview, von Downsview mit dem Bus zur YorkU, wir waren um 8.15 da. Dort waren wir dann erstmal ein wenig verwirrt, weil der Ort für das große Event war TBA, to be announced. Mit etwas Glück haben wir es dann doch gefunden, die Orientation fand im Computer Science Building statt, also altbekanntes Terrain. Da waren erstmal Himmel und Menschen, aus aller Herren Ländern. Wir haben einen YorkU Folder mit lauter Kram drin bekommen, plus ein tolles Namensschild. Ich war übrigens der einzige mit T als Anfangsbuchstaben des Nachnamens auf der Liste, scheint bei all den vielen Leuten keinen mit T zu geben. Naja, dann fing erstmal nordamerikanisches Unterhaltungsprogramm an. Die Kanadier benehmen sich immer ein wenig wie kleine Kinder, vor allem bei solchen international Sachen. Wir haben sowas wie Human Bingo gespielt, nach dem Motto „Finde eine Person die blablabla gemacht hat“. War zwar ganz lustig, so richtig konnte ich mich dafür aber nicht begeistern. Das zeigte dann aber mal wieder das Frauen einfach bessere Communication Skills haben, die vier Gewinner waren ausnahmslos weiblich. Danach haben wir einen tollen Talk über „Crossing Cultures“ gehört, der Typ hatte echt was drauf. Außerdem war er der Meinung das das Gesagt nur 7% der Kommunikation ausmacht. Interessante These, es soll da aber wohl Studien zu geben. Der Talk hat mir zwar sehr gut gefallen, aber ich denke nicht das ich so einen großen „culture shock“ bekomme. Immerhin kenne ich mich ein wenig mit den hiesigen Gegebenheiten aus und der Rest kommt von selber. Dann gab’s Mittagessen. Irgendwie haben die uns eh die ganze Zeit mit Teilchen und anderem Stuff gefüttert, um uns bei der Stange zu halten. Nachmittags gab es noch einen Talk über Canada itself und über Toronto, so viel neues habe ich da allerdings nicht mehr erfahren. Die Geschichte von Toronto ist eh sehr kurz, die Stadt ist mal gerade 250 Jahre alt. Mit ein paar Leuten hab ich mich auch, meistens kurz, Unterhalten. Das coolste war sich in Kanada mit einer Finnin auf Deutsch zu unterhalten, die dazu noch einen Ösi Akzent hatte, weil sie in Salzburg auch schon mal einen Austausch gemacht hat. Die Frau die wir letztes Jahr am Bark Lake „Pocahontas“ getauft haben – wegen einer entfernten Ähnlichkeit – war auch dar, obwohl sie schon im zweiten Jahr an der YorkU studiert. Wir sind dann nach dem Kaffee am Nachmittag abgehauen, weil die Nachfolgenden Veranstaltungen uns nicht mehr wirklich interessiert haben. Das frühe Aufstehen hat sich aber für den Vormittagstalk auf jeden Fall gelohnt. Dann waren wir noch im Intetcafe und haben unsere YorkU Sachen eingerichtet und angeschaut. Gut das ich alle Kurse bekommen habe, Ralf hat irgendwie einen nicht bekommen, ich hab dummerweise direkt mal eine Collision erzeugt, das heißt zwei Kurse überschneiden sich. Naja, das werde ich schon lösen können. So sieht der Stundenplan ganz harmlos aus, allerdings hat man so viel von dem Arbeitsaufwand hier gehört das ich wahrscheinlich trotzdem jeden Tag um 8 aufstehen muss. Wir werden sehen. Meinen Email Account habe ich auch schon eingerichtet. Jetzt müssen wir uns erstmal ne Monatskarte zulegen, die kostet dann schon wieder fast 100 $. Das dumme ist das man als Student hier eher als Geldkuh als als Fördernswert angesehen wird. Daher bekommt man nicht mal eine Ermäßigung wenn man doch nur zur Uni will. Zwar gibt es sowas wie „student fairs“, aber die beziehen sich eher auf Highschool Students, also Schüler bis zum Alter von 19 Jahren. Morgen fahren wir dann wahrscheinlich nochmal zur YorkU und besorgen uns unsere Student IDs. Und hoffentlich haben wir dann Internet. Das Wetter war mal wieder bestens, obwohl wir den ganzen Tag im runtergekühlten Computer Science Building verbringen mussten. Was mir auch noch nicht bewusst war ist das es Menschen die keinen Schnee kennen gibt (vor allem die Leute aus der Karibik und von weiß Gott heißen Ländern), die dieses Jahr ihren ersten Schnee hier sehen werden. Ein weiteres Kanada Trivia, das ich heute gelernt habe, ist das Kanada die größte Anzahl von Donut Shops pro Kopf hat. Außerdem ist mein großes Vorurteil nicht bestätigt worden, zumindest auf der Einführung hab ich festgestellt (durch Aufstehzählung) das etwa genau so viele Westeuropäer wie Asiaten da waren und verdammt viele Deutsche, so um die 20 waren es bestimmt.
Später haben wir unser Abendessen dann bei Harvey’s zu uns genommen, das ist so ne Mischung aus McDonalds und Döner Laden (ich hab übrigens auch schon einen Dönerladen gesehen, sogar mit Ö), d.h. man bestellt sein Menü wie bei McDonalds, den Burger darf man sich dann aber belegen lassen wie im Dönerladen („mit allem, und schaarf“, naja, nicht ganz so). Das war sehr lecker, vor allem weil die Fast Food „Restaurants“ hier meistens alles frisch machen. Aber ich ernähre mich schon sehr gut, die Gefahr von Skorbut oder ähnlichem ist erstmal gebannt, wir haben heute nur verpeilt einkaufen zu gehen, bzw. hatten nicht so viel Lust nach so einem anstrengenden Tag an der YorkU. Das unsägliche Tom Clancy’s Buch hab ich auch endlich durch. Als nächstes steht glaub ich Stephen King an. Noch ein interessanter Fakt über Toronto ist übrigens das 2/3 der Bewohner Torontos nicht in Toronto aufgewachsen sind, was soviel heißt wie das sie meistens aus anderen Ländern kommen. Den Rest des Tages hab ich mal wieder auf der Treppe verbracht, das war allerdings sehr Unterhaltsam. Ich hab mich viel mit Colin unterhalten, der aus Winnipeg stammt und das scheint, zumindest nach seinen Erzählungen, die schrecklichste Stadt Kanadas zu sein. Außerdem war er mal Mormone, bis er alles daran gesetzt hat aus der Gemeinschaft geschmissen zu werden. Jetzt ist er mehr Goth style. Das Mädel aus Neufundland hat morgen ein Vorstellungsgespräch beim „Globe & Mail“, das ist so ziemlich das einzige Internationale Blatt hier in Kanada. Auf jeden Fall war das ganze ein guter und kommunikativer Ausklang für einen langen Tag.

2 thoughts on “YorkU International Orientation

  1. Servus Marcus!
    richtig, “mit allem und scharfe Sauce”. Mit diesen Worten hätte ich ein Vermögen in Toronto machen können (genau wie wenn wir den Burger Dance früher in Deutschland rausgebracht hätten als der Ötzi), denn als wir in der Stadt waren, gab es da nur glaube ich einen ranzigen Gyros-Laden, die typischen Fast-Food-Buden aber keinen einzigen leckeren Dönerladen.

    Hätte ich doch direkt 2001 besser den Plan umgesetzt, ne Dönerbude in Toronto aufzumachen. Bitte recherchiere doch mal nach, ob die auch wirklich leckeren Kalbfleisch- bzw. Lammdöner haben oder nur das grottige Geflügel-Zeug. Denn dann wäre diese Marktlücke ja doch noch zu füllen.

    Ansonsten, verbringt ruhig auch mal nen Abend im c’est what, insbesondere vor exams hilft das sehr.

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  2. Hi Marcus,

    das war ja ein richtig guter Einstand bei euch! Ordentlich durchorganisiert.
    Auf Harveys hätte ich auch mal Bock. (Ist doch teurer als ander Fast Food Ketten). Am meißten Bock hätte ich aber auf einen geilen Hod Dog an der Central Station für 1,50$.
    rock on!

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