WJT Tag 2: Cologne & Bravo Bene
Die BRAVO hat ein Poster vom Papst … ich hätte den Scherenschnitt in Lebensgröße viel lustiger gefunden, aber auch so schießt es schon den Vogel ab.
Naja, heute waren wir in Köln, wollten eigentlich die Wise Guys betrachten, aber das war nicht so leicht. Die Fahrt nach Köln war noch ganz angenehm, wobei es mit steigender Nähe zum Dom auch immer voller wurde. Der Kölner Bahnhof ist auch nicht für 100.000 Menschen auf einmal ausgerichtet, weswegen die Polizei den Verkehr regelte, was aber auch nicht so gut funktioniert, denn es war brechend voll. Sich in Köln zu bewegen ist auch nicht so leicht, die Innenstadt steckt die vielen Leute noch viel weniger weg als Bonn ;-). Naja, dann bei der KHG angekommen hieß es das 700 reindürfen, 900 schon drin sind und eigentlich keine Chance besteht das wir da noch was sehen. Daher haben wir uns auf das Picknicken vor einer von Kanadiern besetzten Kirche und ein kühles Kölsch für die nicht Rheinländer beschränkt.
Der Weg nach hause war mit 1½ Stunden aber dann doch etwas nervig, vor allem um die Uhrzeit.
Morgen kommt der Papst, wenn ich alledings schon höre das da jetzt schon Leute Campen finde ich das ganze etwas lächerlich. Außerdem braucht man für das Marienfeld wohl zumindest eine grobe Platzkarte, was ich aber bei der Anzahl der Leute auch verstehen kann. Ob man dafür allerdings eines der Pilgerpakete kaufen muss weiß ich noch nicht. Die sind für uns (sprich Industrieländer, reiche Menschen) relativ teuer, 40 € in der billigsten Version, aber dafür kann dann auch noch direkt einer aus Togo oder so an dem WJT Teilnehmen ;-), Umverteilung pur, das ist ja dann doch wieder erträglich.
WJT Tag 1: Von Unterwäsche und Himmel
Gut das man sich nur über die Unterwäsche der Pilger auslassen muss und direkt ganz viele Kommentare abbekommt.
Um das ganze mal ein wenig auszuführen, besagte Dame gehörte zu der Gruppe der “in-den-Dreck-schmeiß Schweizern”. Das eigentlich erwähnenswerte daran ist das die “kleine” dem Bischof auf der Bühne wahrscheinlich in Punkto Glaube (wie mißt man das eigentlich?) in nix nach steht, in Punkto Wertesystem (ich hoffe es ist legal von der Unterwäsche auf das Wertesystem zu schließen, wobei ich natürlich nicht weiß was Meisner und Co. so drunter tragen) aber nicht weiter voneinander entfernt sein könnten. Das das System Kirche trotz dieser Spannung zwischen unten und oben funktioniert, ist das eigentlich interessante daran.
Die funktioniert eigentlich nur mit einem gehörigen Schuss Ignoranz gegenüber der Obrigkeit und Vertrauen darauf, das Kirche doch die Menschen und nicht nur die Würdenträger sind. Dadurch wird Glaube allerdinge beliebig, bzw. wenn sich jeder aussucht was er denn nun glaubt wird die heilige römisch-katholische Kirche auch ein wenig Obsolet. Das ist ja aber nichts neues, da durch die Geschichte hinweg Glaube schon immer etwas dynamisches und anpassbares war. Nur schafft es halt die katholische Amtskirche irgendwie, diese Basisänderungen an ihren Würdenträgern abprallen zu lassen. Was allerdings die Jugend auch nicht davon abhält nach Köln und Umgebung zu strömen, denn darum geht es ja auch eigentlich nicht.
Also, bei aller Verehrung der da oben die hier natürlich auch Stattfindet, sollte man mal ein wenig Abrücken von der Vorstellung der Kirchenveranstaltung Weltjugendtag und das ganze als das sehen was es für die meisten ist, eine Möglichkeit, nette Leute zu treffen, gemeinsam Glaube zu leben, sich auszutauschen und in einer Zeit die doch manchmal zu sehr nur auf den einzelnen ausgelegt ist sich in einer Gemeinschaft aufzuhalten. Sprich ganz einfach einen Heidenspass zu haben, egal auf welchem Glauben begründet ;-).