First day in School
Draußen ist es kühl und vor allem auf dem Weg zur YorkU fällt einem auf das es in der Stadt doch erheblich wärmer ist als in dem nichts außerhalb der Stadt wo die YorkU liegt. Außerdem fällt einem auf dem Weg dorthin noch eine weiter Marotte der Kanadier auf, diese stehen nämlich immer brav in einer Schlange und warten auf den Bus. Das ist tausendmal effektiver als das Kuddelmuddel in good old Germany, aber ich weiß bis heute noch nicht wie sie es machen die drei Schlangen (eine für vorne, zwei für hinten) so zu positionieren das es immer genau auf den Bus passt.
Da ich die YorkU ja nur vom letzten Jahr im Sommer kenne (die Orientation gilt nicht wirklich) war das heute schon mal was ganz anderes, da waren ungefähr eine Millionen Menschen. Sehr komisch und gewöhnungsbedürftig. Wir sind ein wenig früher hingefahren (naja, um 3 sind wir los, aber der Kurs fing ja auch erst um halb sechs an) um zu checken wo der Raum ist und mal AirYork auszuprobieren. Irgendwie hatte sich unser Internet gestern nämlich wieder verabschiedet. Ist schon doof wenn man von jemand anderes abhängig ist, den man noch nicht mal richtig kennt. Aber das WLAN gehört wohl Juri, der ist auch Este aber war mal ein paar Jahre in Hamburg und spricht daher gut Deutsch.
Auf jeden Fall sind wir dann pünktlichst zu dem Kurs erschienen und der war eigentlich sehr gut. Wir sollen uns ein Buch kaufen, das aber Gott sei Dank kein Eiffel sondern ein Objekt-Orientierte-Programmierung Welzer. Ich weiß noch nicht ob ich das mache. Der Professor ist ziemlich cool, hat ein Apple iBook und ungefähr 50 Jahre Computererfahrung. Mein Lieblingssatz heute war “single inheritance is just insufficient”. Dummerweise muss ich ja eigentlich aus genau diesem Kurs raus, aber mal schauen was es da so gibt. Das dumme ist nur wenn ich in dem Mittwoch Kurs bleibe das sich 2 Stunden fahrt für 1,5 Stunden Kurs nicht so wirklich lohnt. Aber ich warte immer noch auf eine Antwort von der YorkU bezüglich meines Kurswechsels.
Naja, morgen wird auf jeden Fall auch noch mal ein spannender Tag, die beiden Kurse werde ich nämlich auf jeden Fall behalten.
Wer hier auch komisches verhalten an den Tag legt sind die Engineering Students der UofT. Vor drei Tagen waren die alle plötzlich Lila, weil die, so wie Greg mir das erzählt hat, anscheinend in einen Bottich voll Farbe springen. Die Farbe ist allerdings äußerst hartnäckig, daher sind die heute immer noch Lila gewesen. Die Standen nämlich versammelt unten an der Kreuzung und sammelten Geld für die “Special Olympics”. Abgesehen davon tragen die alle komische Overalls. Wer also nach Toronto kommt sollte nicht Engineering studieren :-).
Colin hat eine neu Drum Machine, Colin will nämlich ein Album machen und dann Reich werden. Mit der hat er anscheinend so viel gespielt heute das das Mädel aus dem Stockwerk eins unter ihm wohl zu ihm gekommen ist um sich über die Lautstärke zu beschweren, allerdings nur mit einem Handtuch bekleidet. Die Spinnen die Kanadier. Gestern Abend haben dann Zak, der eigentlich Zakaria heißt, und der komische Ire oder Britte (so genau weiß ich das immer noch nicht), dann mal gezeigt was sie alles an Deutsch können. Neben sehr vielen Schimpfwörtern kamen dabei auch so schöne Wörter wie Straßenvogel (Pigeon ? Taube) bei heraus.
School’s gonna start
Das Klima in dieser Stadt hat manchmal schon komische Anwandlungen. Heute morgen war es einigermaßen warm, dafür hat es aber in Strömen geregnet. Heute Nachmittag kam dann die Sonne raus und es war schlagartig warm. Und jetzt ist es eher kühl und total windig. Sehr toll.
Morgen fängt also die Schule an. Meinen Conflict habe ich immer noch nicht richtig resolved, obwohl ich Fortschritte mache. Zumindest hab ich schon mal ein paar Emails geschrieben, damit ich den Kurs wechseln kann/darf. Zwar hab ich darauf noch nicht wirklich eine Antwort bekommen, aber man darf hoffen. Ansonsten gehe ich morgen einfach mal da hin und schaue mir das an, wenn ich aus dem Kurs aussteigen muss ist das auch kein Weltuntergang, der Software Design Kurs wird nämlich in Eiffel abgehalten und so weit ich das bis jetzt überblicke gibt es nicht mal nen ordentlichen freien Compiler dafür (ich hab mir GNU Smarteiffel angesehen, aber das macht einen eher schlechten Eindruck). Warum bringt man den Leuten eine Sprache bei für die es keine Compiler gibt und die anscheinend so gut wie nie eingesetzt wird? Weiter Informationen, so wie hoffentlich bald die Termine für die Exams gibt es hier. Der User Interfaces Kurs klingt ganz interessant, aber irgendwie haben die hier immer komische Assignments (und die können hart sein, dass weiß ich von letztem Jahr) und auch noch midterm exams. Da werde ich wirklich ans arbeiten kommen.
Der Compilers and Interpreters Kurs klingt noch interessanter, vor allem weil der Inhalt sehr Pragmatisch klingt und ich mag Sachen zum anfassen. Vielleicht kann ich das Wissen dann auch benutzen um meinen eigenen Eiffel Compiler für Parrot zu schreiben ;-).
Zu dem Bioinformatics Kurs gibt es leider keine Seite, zumindest hab ich sie nicht gefunden. Zwar finde ich wie gesagt die midterm exams und assignments nicht so toll (das bedeutet Arbeit), aber wenigstens machen die hier immer einen Teil, sogar einen sehr großen, der Note aus (bei User Interfaces macht das final exam nur noch 40 % aus). Nicht so wie in Deutschland wo man sich das ganze Semester den A*sch abarbeitet und am Ende mal gar nix davon hat. Das motiviert ungemein und man muss nicht alles auf einmal machen.