THE Internet
Wenn die anderen Tage schon nicht besonders aufregend waren, dieser ist der absolute Tiefpunkt an Aktivität, weil wir haben Internet. Daher hab ich die meiste Zeit im Internet verbracht und mich auf den neuesten Stand in vielerlei Hinsicht gebracht.
Das einzige was heute passiert ist, ist das ich von einer Band geweckt wurde. Es ist immer noch scheiße warm hier (21° um kurz vor Zwölf und in meinem Zimmer sind bestimmt noch mal 10° mehr), daher habe ich das Fenster immer noch auf und die Band hatte sich zwar in einer Seitengasse aufgestellt aber für das Schlagzeug in mein Zimmer hat es immer noch gereicht.
Dafür kann ich aber noch weitere Trivia berichten. Unser 6. room mate ist aufgetaucht ? allerdings nur zum Ausziehen. Anscheinend muss er, aus welchen Gründen auch immer, das Tartu College verlassen. Da er dies bis zum 16. diesen Monats machen muss bekommen wir danach bestimmt einen Neuen. Der Kerl ist allerdings eh nicht so kommunikativ, daher ist das erstmal kein Verlust.
Eine Kombination die man in diesen Tagen am häufigsten hier in dieser Stadt sieht ist Vater, Mutter und Tochter. Die Kanadier neigen anscheinend dazu ihre “kleinen” Töchterchen bei ihrem ersten Ausflug in die Große weite Welt zu begleiten, d.h. sie werden bei der Universität abgeliefert. Die Frosh Rituale hier sind auch sehr komisch, zumindest sieht man viele dieser Frischlinge in komischen T-Shirts rumlaufen. Was die allerdings dabei genau machen ist mir bis jetzt verborgen geblieben.
Ein Aufzug ist kaputt. Das Tartu hat drei Aufzüge, die alle ihre besten Tage schon hinter sich haben. Allerdings geht jetzt einer gar nicht mehr, was die Wartezeit schon exponentiell in die Höhe treibt. Ich verbringe hier sowieso viel zu viel Zeit damit auf Aufzüge zu warten. Zu Fuß in den 18ten laufe ich aber bestimmt nicht.
Ich kann übrigens noch ein paar Namen nachreichen: Die Neufundländerin heißt Jaqulin, den Job beim Globe & Mail hat sie sicher wenn sich nicht noch jemand intern bewirbt. Die Schwedin, die keine ist, heißt Nanomi, wobei man das bestimmt anders schreibt. Wer letztens auch plötzlich vor mir Stand ist die Französin die letztes Jahr hier gewohnt hat und schon irgendwie 2 Jahre illegal in Kanada war. Die hat sich, wie letztes Jahr angekündigt, tatsächlich wieder in ihre Heimat aufgemacht und wohnt jetzt in Paris. Jetzt ist sie für 2 Wochen in Urlaub zurück nach Toronto gekommen. Irgendwie trifft man hier ständig Menschen die man schon mal gesehen hat und das obwohl hier so viele Leute Leben.
Toll, ich habs nicht nur geschafft einen “Conflict” zu schaffen, sondern die beider Kurse sind auch noch an unterschiedlichen Orten, weil die YorkU zwei unterschiedliche Kampi hat (was ist der Plural von Kampus?). Großes Problem. Ich hab jetzt erstmal eine Email an die nette Dame von der International Students Betreuung der YorkU geschrieben, vielleicht lösen sich dann meine Probleme ja von alleine.
Ralf sagt wir haben Mäuse, er sitzt nämlich in der Küche weil er in seinem Zimmer keinen Empfang hat. Im 18ten! Ich hab letztes Jahr auch welche gesehen, aber da hab ich im 3ten gewohnt, das war noch etwas logischer. Naja, solange sie nicht in meinem Zimmer wohnen ist mir das egal.
CNE - Let’s go to the Ex
Die CNE ist eine große Mischung aus Pützchens Markt und Messe. Da wir mal wieder nichts besseres zu tun gehabt haben haben wir uns am Sonntag auf den Weg dorthin gemacht. Das hat erstmal unglaublich lange gedauert, weil wir von Bathurst mit dem Streetcar gefahren sind. Streetcars sind so ne Mischung aus Bus und Bahn, fahren auf Schienen haben aber immer nur einen Wagen. Auf jeden Fall waren wir darin erstmal ne halbe Ewigkeit gefangen und es war tierisch heiß. Bei der Ex angekommen haben wir dann brav unsere 10 $ Eintritt bezahlt und uns in Getümmel gestürzt.
Colin arbeitet übrigens auf der Ex, er Verteilt für Jif “free samples” Erdnussbutter. Jetzt weiß ich auch warum er seinen Job hasst. Nur weil es da was umsonst gab standen ungefähr tausend Menschen davor. Und Colin darf den ganzen Tag eine Dose Erdnussbutter in eine Tüte tun und die den Leuten Geben. Er meint das wäre wie Fabrikarbeit.
Naja, auf der CNE gab es alles mögliche zu sehen. Da war eine Farmausstellung mit echten Tieren, die den Canadians dann mal gezeigt hat das die Milch nicht aus der Tüte kommt. Dann gab es da alles mögliche zu Kaufen, so ne Art Allerweltsmarkt wo du Zeug aus allen möglichen Ländern bekommen hast. Ne Kirmes gibt es da auch, so mit Riesenrad und Achterbahn (vor denen uns Andreas allerdings gewarnt hat, weil die manchmal stehen bleiben oder schlimmer). Ich hab mir gestern auch die Fotos vom Aufbau von Pützchens Markt angeschaut und leide schon ganz furchtbar. Danach haben wir uns wieder auf den Nachhauseweg gemacht und sind diesmal über Union gefahren, das ging dann etwas schneller. Zum Abendessen gab es leckere self-made Burger. Der Abend war wiedermal relativ ruhig, Treppe eben :-).
Heute Morgen kam dann die schöne Überraschung offenes WLAN, das heißt irgendjemand betreibt sein Funknetz nicht so wie er es sollte. Mir soll das aber egal sein, Hauptsache ich kann mal Endlich ein dist-upgrade machen. Nur Port 25 (ausgehende Email) ist irgendwie dicht, daher muss ich doch wohl warten bis Madis wieder da ist bevor ich alles beantworten kann.